Das „Original“ in der Kölner Altstadt feierte Jubiläum

11.11.2019 50 Jahre Sessionseröffnung der Willi Ostermann Gesellschaft

11. November 1969 – acht Jahre stand der Ostermannbrunnen abseits des närrischen Treibens. Die Kölner Karnevalssession begann in den Jahren zuvor am närrischen Datum erst nachmittags mit dem „Spell op d’r Rathuustrapp“ der Muuzemändelcher. Eine kleine Karnevalsgesellschaft, die sich erst vor knapp drei Jahren gegründet hatte, belebte in diesem Jahr eine in Vergessenheit geratene Tradition neu und traf sich bereits vormittags auf dem Ostermannplätzchen, um die jecke Zeit gebührend einzuläuten. Immerhin „mehrere hundert“ Gleichgesinnte waren dabei, als der Präsident der Willi Ostermann Gesellschaft, Heinz Brodesser, Bürgermeister Theo Burauen und Festkomitee-Ehrenpräsident Thomas Liessem die neue Session pünktlich um 11:11 Uhr eröffneten. Für Unterhaltung sorgten damals „D’r ahle Här Schmitz“ (Jean Schlösser) mit Liedern von August Schnorrenberg und Herbert Bertrand, der musikalisch mit „Strüßger und Kamelle“ warf. Toni Steingass brachte sein neues Lied „Der kleine Mann“ zum Besten, moderierte die Veranstaltung und überreichte jedem Künstler als „Dankeschön“ eine Flönz. Als besonderer Gast wurde Elisabeth Schlapack begrüßt, ihres Zeichens Willi Ostermanns Köchin, die aus dem Alltag im Hause Ostermann berichtete und auch damals sang man gemeinsam am Ende der Veranstaltung „Heimweh noh Kölle“.





Zwei Jahre später erlebte die Willi-Ostermann-Gesellschaft auch die Anerkennung des Festkomitees, denn erstmals erschien dessen damaliger Präsident Ferdi Leisten mit weiteren karnevalistischen Honoratioren am 11.11. am Ostermannbrunnen. Toni Steingass, Marie-Luise Nikuta, Ludwig Sebus und Hans Knipp sorgten musikalisch für Stimmung, aber der Höhepunkt der Veranstaltung war, zumindest nach Aussage der anwesenden Pressevertreter, die Wahl der ersten „Miss Ostermann“ – willkommen in den 70ern!

1973 gewann man auf dem Ostermannplätzchen noch ein wenig mehr Raum, denn der neugestaltete Brunnen war mittlerweile eingeweiht worden. Dieser konnte nun im Winter mit Brettern abgedeckt und als Bühne genutzt werden und auch „High Tech“ hielt Einzug in die Altstadt, denn man hatte vorausschauend zusätzliche Rohre verlegt, um Leitungen, z.B. für Mikrofone legen zu können.

Fünf Jahre später zählte man bereits 4.000 Jecke und 1984 war der Platz dann so überfüllt, dass die wenigsten das Bühnenprogramm sehen konnten und der damalige Festkomitee-Präsident Ralf Bernd Assenmacher umgehend vermeldete: „Ab nächstes Jahr ziehen wir direkt zum Alter Markt“!

Aber auch diese deutlich größere „Location“ (wo übrigens selbst bis spät in die 90er Jahre noch die wenigsten Jecken kostümiert waren) wurde dem Ansturm nicht lange gerecht: 2003 musste der Alter Markt bereits um 10:15 Uhr wegen Überfüllung geschlossen werden. 20.000 Menschen hatten hier noch Platz gefunden und weitere 10.000 sahen sich das Geschehen auf einer Leinwand am Heumarkt an.

Seit 2004 ist nun der Heumarkt die „Heimat“ der Original Sessionseröffnung der Willi-Ostermann-Gesellschaft und zieht jedes Jahr 25.000 Jecken aus Köln, dem Umland und von weiter her magnetisch an. Was vor 50 Jahren mit einer kleinen Feier von „Ostermännern“ und Freunden begann, ist heute eine der bundesweit größten und bekanntesten Karnevalsveranstaltungen geworden.

Zum 50jährigen Jubiläum fanden sich folgerichtig zahlreiche Gratulanten (darunter viele Präsidenten der dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften) auf und neben der Bühne ein, um gemeinsam mit der Willi-Ostermann-Gesellschaft ein friedliches Fest der Superlative zu begehen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zählte mit Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, Ostermann-Präsident Ralf Schlegelmilch und dem designierten Kölner Kinder-Dreigestirn pünktlich um 11 Uhr 11 die Sekunden herunter und sogar die Sonne kämpfte sich ihren Weg durch die dichten Wolken, um zumindest phasenweise auf dem Heumarkt dabei zu sein.

Große Emotionen waren im Spiel, als das designierte „große“ Dreigestirn mit ihren Freunden vom Reiter-Korps Jan von Werth die Jecken auf dem bis zum letzten Platz gefüllten Heumarkt begrüßte. Der designierte Prinz Christian II (Christian Krath) konnte die Tränen nicht zurückhalten, als er sich mit Bauer Frank (Frank Breuer) und Jungfrau Griet (Ralf Schumacher) dem größten Publikum Kölns präsentierte und zusammen mit den Freunden von „Jan von Werth“ rote Herzluftballons, beschriftet mit den Namen aller 86 Kölner Veedel, in den Himmel steigen ließ.

Auf der Bühne gab sich dann die „crème de la crème“ des kölschen Liedguts – allen voran nach vier Jahren „Heumarkt-Abstinenz“ erstmals wieder die Bläck Fööss - die musikalische „Klinke“ in die Hand und bot den Tausenden vor der Bühne und an den Fernsehgeräten über insgesamt zehn Stunden die Basis für ausgelassene Stimmung, gemütliches Schunkeln und ein gewaltfreies und friedliches, echtes Kölsches Fest nach Ostermann-Art.

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